DasSpiel

Das Spiel 1.3

Neues

Stand: 2020-05-04

Aktuelles

Bei DasSpiel 1.4 geht die Arbeit gut voran. Die Entwickler der Kernmodule haben mittlerweile ihr komplettes Konzept bis ins Detail vorgestellt. Darauf aufbauend können sich Entwickler von Szenarien nun parallel überlegen, ob sie bereits laufende Szenarien erweitern oder aktualisieren möchten. Ferner können natürlich ebenso neue Szenarien entwickelt werden, welche auf die neuen Möglichkeiten zurückgreifen. Ebenfalls festgelegt ist ja längst, welche Optionen weiterhin über Dienstrechner bereitgestellt werden, was dezentral über die Rechner der Spieler laufen wird. Hinsichtlich der besseren Sensorik zum gesundheitlichen Schutz von Spielern werden nun entsprechende Erweiterungen für die alten open-psych-plugins gebaut, zusätzlich neue Modelle gefertigt.

Durch die Corona-Pandemie haben sich ein paar Entwickler zu einem neuen Szenarium inspirieren lassen. Dabei geht es um eine Visualisierung von Tröpfenwolken beim Husten, Niesen, Spucken, Sprechen unter verschiedenen Bedingungen, also im freien Raum, lediglich mit Boden, in Räumen mit verschiedener Deckenhöhe sowie unterschiedlichen Wandabständen, ebenso bei verschiedenen Belüftungsvarianten. In weiteren Varianten kann auch experimentell erfahrbar gemacht werden, wie sich Bewegung der Tröpfchenquelle oder von Tröpfchenzielen auf die Exponierung auswirkt, ebenso Hindernisse wie Masken, Armbeugen, Taschentücher etc.
Bei unwirksamen Masken etwa kommt es beim Niesen oder Husten eher zu Verwirbelungen, wobei zwar große Tropfen in der Maske innen hängenbleiben, die kleineren Aerosole hingen dort nach außen gelangen, wo es einen unzureichenden Abschluß zwischen Maske und Gesicht gibt. Daraus folgt wiederum eine nahezu isotrope Verteilung des feinen Aerosols um den Emittenden herum, wodurch in einer statischen Situation ohne Luftströmung oder Bewegung in der Tat eine kritischen Konzentration im Abstand bis etwa zwei Metern realisiert werden kann. Diese Aerosolmischung kann dort allerdings über Minuten bis hin zu einer halben Stunden am Standort der Emission verbleiben. Je nach Konzentration der kritischen Partikel wäre das entsprechende Volumen diese Zeit also zu meiden.
In den Szenarios sind die Tröpfchen sichtbar gemacht, die feinsten Partikel wirken dabei wie eine Art Nebelwolke, deren Farbe Spieler frei wählen können. Während es im Spiel also relativ einfach möglich ist, den farbigen Nebelwolken erfolgreich auszuweichen, wenn es zu keinen turbulenten Strömungen oder vielen Emittenden kommt, stellt die fehlende Sichtbarkeit der Gefahrenzonen mit hoher Konzentration im realen Leben ein relevantes Problem dar.
Mit mathematischen Modellen wird zudem die Infektionswahrscheinlichkeit abgeschätzt. Zudem können verschiedene Modelle zur Verbreitung durchgespielt werden, auch um das Wechselspiel von Maßnahmen und Modell auf Wirksamkeit oder Realitätstreue zu testen.

Mit derartigen Untersuchungen ist es möglich, einen Eindruck zu gewinnen, wie effizient aktuelle Maßnahmen sind. Übereinstimmend mit anderen Untersuchungen kann so mit dem Szenario leicht nachvollzogen werden, daß der propagierte Abstand von mindestens zwei Metern veraltet ist, was nicht so erstaunlich ist, weil dieser Wert auf einem sehr einfachen Modell von vor etwa hundert Jahren basiert. Mit besserer Numerik zu Strömungen, Dynamiken von Gasen, Aerosolen etc sind heute viel genauere Simulationen möglich, welche in einer statischen Version bei Niesen oder Husten eher auf einen Mindestabstand von mehr als acht Metern hinweisen, im Bereich hinter Radfahrern eher zwanzig Meter.
In Innenräumen, in welchen eher eine Luftumwälzung statt ein Luftaustausch mit der Außenwelt stattfinden, zeichnet sich eher ab, daß die Angabe eines Sicherheitsabstandes kaum mehr sichtbar ist, weil die kleinsten Tröpfchen im für diese Teilchengrößen zähen Luftgemisch gar nicht oder nur sehr langsam absinken, also in der Größenordnung von einer Stunde noch eingeatmet werden können. Gibt es in solch einer Umgebung keinen guten Luftaustausch oder aber keine funktionierende Filterung in der Klimaanlage, kann es bei Aufenthalten in der Größenordnung einer Stunde leicht zu einer Kontamination mit einer hinreichenden Dosis von Viren kommen, damit es zu einer Ansteckung kommt.

Als Konsequenz gilt also weiterhin der Ratschlag, einerseits die Ausbreitung von Tröpfenwolken insbesondere durch Niesen, Husten, Sprechen mit wirksamen Masken von der Menge her zu reduzieren, um die Menge an Partikeln in der Luft geringe zu halten. Andererseits ist es natürlich förderlich, den Aufenthalt in Gebäuden mit fremdem Publikum zeitlich möglichst kurz zu halten, allgemein reichlich Abstand zu fremden Passanten, noch mehr Abstand hinter Radfahrern, Rollschuhfahrern etc einzuhalten. Mehr Abstand bedeutet in dem Zusammenhang in statischen Situationen eher mehr als acht Meter, in dynamischen Situationen gilt es, die Strömungsdynamik abzuschätzen, damit also die Fahne hinter einer sich bewegenden Person zu vermeiden - zeitlich sowie räumlich. Böiger Wind draußen in freien Bereichen wiederum kann die Konzentration gefährlicher Partikel innerhalb von Minuten deutlich verdünnen, was den zeitlichen Sicherheitsabstand entsprechend verkürzt, somit ebenfalls den räumlichen Abstand zu einem Emittenden.

Für Details wird auf aktuelle einschlägige Fachartikel auf der Fluiddynamik und Strömungsphysik verwiesen.