DasSpiel

Das Spiel 1.2/1.3

Neues

Stand: 2019-02-02

Aktuelles

Eine provokante, eigentlich eher ironische Frage hat eine kleine Diskussion unter den Spielern ausgelöst: Gibt es noch etwas außerhalb des Spiels? Wenn ja, gibt es noch etwas außerhalb des Netzes? Wen ja, gibt es noch etwas außerhalb unseres Universums?

Die Angelegenheit ist komplizierter als erwartet, bezüglich der letzten Frage sowieso, denn wie sollte etwas gemessen werden, was außerhalb unserer Raumzeit liegt? Kann das für uns überhaupt relevant sein, wenn es nicht meßbar ist? Dann hat es ja auch eine Wirkung auf uns. Dahinter steckt natürlich auch der ganze religiöse Kram, ob jemand das Universum erschaffen hat und welche Wirkung solch eine Entität auf uns haben könnte, ohne die Naturgesetze zu verletzen. Keine Wirkung ist die überwiegende Meinung, daher ziemlich belanglos, was außerhalb ist und ob es außerhalb überhaupt gibt. Bislang wissen wir aufgrund der Expansion der Raumzeit und der Endlichkeit der Lichtgeschwindigkeit nicht einmal, wie groß das Universum eigentlich ist, geschweige denn, was mit dem Teil des Universums los war, als der von uns beobachtbare Teil anfangs aus dieser scheinbaren (?) Raumzeit-Singularität (Schwarzes Loch von innen gesehen?) aufgeploppt ist. Weil damit sowieso eine Diskontinuität (oft Urknall genannt, vielleicht mehr ein Phasenübergang?) der Raumzeit einhergeht, stellt sich für uns wieder die Frage, ob die Frage danach überhaupt einen Sinn ergeben kann, weil die Frage, die Fragenden, die Beobachtung Bestandteil unseres Universums ist, die Frage sich aber auf etwas anderes bezieht als auf etwas in der uns zugänglichen Raumzeit.

Die zweite Frage ist insofern harmloser, als aus dem Netz heraus eine Interaktion mit der Außenwelt möglich erscheint, somit auch Beobachtung und Messung. Ein digitaler Bewohner des Netzes hat als Information darüber, daß es eine Außenwelt gibt, könnte diese als Täuschung oder Unterhaltungsprogramm anzweifeln. Die digitale Beobachtung braucht immer irgendeine Vermittlung über einen analog-digital-Wandler. Umgedreht braucht es einen digital-analog-Wandler, um auf die Außenwelt einzuwirken. Nun könnte der digitale Beobachter auf diesem Wege auf das einwirken, was ihn in unserer Welt repräsentiert, also etwa der Rechner, auf welchem er läuft. Das Ergebnis könnte überzeugend oder gar vernichtend für den Beobachter sein.

Der digitale Beobachter in Netz hat also mehr Möglichkeiten als wir in unserem Universum. Er kann Zugriff erlangen auf seine Repräsentation in unserer analogen Welt. Wir haben keine Information über ein außerhalb, es gibt keine Wechselwirkung, daher wissen wir nichts von einem außerhalb, können damit nicht experimentieren, um uns von der Existenz plausibel zu überzeugen.

Die erste Frage können wir nun zuspitzen auf eine Existenz in einer virtuell abgeschlossenen Welt. Wir können auf diese Welt quasi göttlich einwirken. Ohne eine Einwirkung aber hat ein Einwohner solch einer abgeschlossenen digitalen, virtuellen Welt keine Information über ein außerhalb. Ein solches digitales Wesen steht also vor einer ähnlichen Frage wie wir als Einwohner des Universums: Gibt es da sonst noch etwas? Jedenfalls solange wir nicht eingreifen, bleibt die Frage offen.

Ein Spieler wiederum befindet sich in einem Szenarium, welches als Bestandteil unseres Universums zwangsläufig eine geringere Komplexität aufweist als das Universum selbst. Der Spieler befindet sich ja nur gedanklich über das open-psych-plugin in dem Szenarium, hat also eine andere Komplexität. Von daher wird eine Komplexitätsanalyse ihm Informationen darüber liefern, daß er lediglich in einer Simulation nicht, nicht im realen Leben. Ohne jemals in der realen Welt gewesen zu sein, hätte er ähnlich einem digitalen Bewohner einer virtuellen, abgeschlossenen Welt allerdings keine andere Erfahrung, aufgrund welcher solch eine Komplexitätsanalyse notwendig zur korrekten Schlußfolgerung führen könnte.

Die Diskussion geht nun natürlich ähnlich wie beim Touring-Test darum, ob noch ein Unterschied besteht, wenn dieser nicht auffällt, wenn die Spieler den Sachverhalt also nicht kritisch genug hinterfragen oder analysieren würden. Nun, darauf kann es natürlich keine abschließende Antwort geben, das ist ein rein subjektives Dilemma.