Digitale Bücher im Format EPUB selbst erstellen: Rückmeldung, Diskussion, Hilfe

Mit Eifer hab ich mich der Studien beflissen;
Zwar weiß ich viel, doch möcht ich alles wissen.
Wagner im Faust von Johann Wolfgang Goethe

Projektmenü; Kurzanleitung EPUB 2 Generator (EPUB 2); Erläuterungen zu EPUB 3; Generator (EPUB 3)

Gibt es noch Fragen? Oder Vorschläge? Rückmeldungen? Gibt es Bedarf für zusätzliche Hilfe? Hier gibt es die Möglichkeit, einen Eintrag vorzunehmen.

Man kann mir natürlich auch eine email schicken: Dr. O. Hoffmann

Wer ein interessantes Projekt hat und es technisch nicht hinbekommt, sein Buch selbst zu erstellen, kann mich natürlich auch fragen, ob ich das Erstellen eines EPUB übernehmen würde - würde mich auch mal persönlich interessieren, ob in dieser Hinsicht überhaupt Anfragen kommen...

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Kommentare

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Ausgangsformat zur Erzeugung von EPUBs

2015-07-12T21:28:49

Name: Olaf

Als ersten Eintrag eine Frage an die Leser:

Einige Verlage und Vertreiber von EPUBs verlangen von Autoren als Ausgangsformat Microsoft Word oder gar PDF. Da diese Formate natürlich komplett ungeeignet zur Erzeugung qualitativ hochwertiger Bücher im Format EPUB sind, stellt sich mir die Frage, wie es zu solch einer absurden Forderung kommt.

Beginnen viele Autoren selbst aus Unwissenheit mit solchen Formaten, statt sich das Leben einfach zu machen und die Bücher semantisch reichhaltig und technisch gut zu erzeugen oder sind es primär die Forderungen solcher Anbieter, die mehr oder weniger ahnungslose Autoren auf den Holzweg führen? Oder ist Autoren, welche solche Ausgangsformate verwenden, die technische Qualität ihrer EPUBs schlichtweg egal? Kommt es nur darauf an, Lesern irgendeine Markierungssuppe unterzujubeln?

Ich bitte um Einzelmeinungen und Stellungnahmen von Betroffenden oder Kundigen!

Antwort

2015-12-26T14:08:51

Name: Lüko

In der Guten Alten Zeit, als die Computerindustrie aus "IBM und die sieben Zwerge" bestand, konnte man sicher sein, daß noch nie ein EDV-Leiter seinen Job verloren hatte, weil er IBM gekauft hatte. Diese Rolle ist dann an Microsoft übergegangen. Trotz der Schwächung von MS durch Android und IOS, beherrscht Microsoft Office immer noch die Büros. Und jede Firma sieht sich gezwungen, jede neue Version von MS Office sofort einzuführen. Man muß ja auf der sicheren Seite sein.

Aber das gilt nicht nur für große Firmen. Das färbt auch ab auf nicht nur auf Privatanwender, sondern auch Schriftsteller von Beruf. Ich hab mal Korrektur gelesen für einen Schriftsteller, der selbst auch Verleger war, der seine Texte in MS Word 2010 schrieb, ober ohne jede semantische Strukturierung. Überschriften wurden nicht als solche markiert, sondern bekamen einfach nur eine andere Schriftgröße. Fußnoten waren keine solche, sondern standen mitten im Text, immerhin farblich abgesetzt. "Das richtet schon der Layouter", bekam ich als Antwort auf meine Ratschläge, doch etwas strukturierter zu arbeiten. Obwohl der Computer nur als etwas erweiterte Schreibmaschine benutzt wurde, mußte das MS Office 2010 dann durch MS Office 2013 ersetzt werden...

Das sind die zwei Seiten, die die Verlagsleiter und Lektoren dazu veranlassen, wenigstens ein einheitliches Dateiformat zu fordern, damit sich sich nicht auch noch mit (aus ihrer Sicht) exotischen Dateiformaten herumschlagen müssen.

So gibt es denn auch ein Buch "E-Books mit ePUB ─ Von Word zum E-Book mit XML" von einem Dr. Wang, der Abteilungsleiter in einem großen Fachverlag ist.

PDF als Transportformat ist natürlich völlig hirnrissig, weil darin ja jede Zeile mit einem harten Zeilenumbruch beendet ist und jedwede semantische Formatierung verloren geht. Aber bevor man sich mit, sagen wir mal, Dateien im Format Word Perfect oder gar Wordstar herumschlägt, lieber nur zwei Formate, und basta. Und wenn man die semantische Formatierung in einem MS-Word-Dokument nacharbeitet, kann man dann mit aktuellen Word-Versionen das auch als XML speichern (wobei ich nicht weiß, inwieweit das unmittelbar für EPUBs verwendbar ist).

Ich meinerseits hab für die wenigen EPUBs, die ich erstellt habe, das Plugin writer2epub für OpenOffice benutzt (von Luca “Luke” Calcinai, siehe http://writer2epub.it/en/ und den Artikel darüber in en.Wikipedia.org). Auch würde ich gerne mal die aktuelle Version von "Papyrus Autor" (www.papyrus.de) ausprobieren, die von hause aus ePUB erstellen kann, und für die der Autor des Programms v.a. die Stilanalyse anpreist.

Antwort

2016-01-22T12:11:39

Name: Olaf

Zu der XML-Variante von Microsoft Word: Formal ist das zwar XML, aber so umständlich und aberwitzig strukturiert, daß einem dabei das Grauen hochkommt. Die Spezifikation ist zudem wohl unvollständig, obwohl sich Microsoft bemüht hat, das als internationalen Standard den Leuten unterzujubeln, ist es letztlich absichtlich so spezifiziert, daß es für andere Anbieter unmöglich bleibt, das komplett zu implementieren, es ist also eine Plage, kein Standard. Hinsichtlich Semantik ist es schlicht armselig. Nicht, daß OpenOffice da nennenswert besser wäre. Gegenüber diesen ist das reine XHTML ja schon semantisch reichhaltig, obgleich auch da eigentlich komplette Literaturgruppen (Poesie?) rausfallen, weil man das nicht brauchbar auszeichnen kann, daher hat man da ja die Erweiterung RDFa und die entsprechende Konstruktion in EPUB.

Die Programme, die nach EPUB konvertieren können, sind auch meist eher armselig, lückenhaft und fehlerhaft - natürlich tritt auch damit nicht das Wunder ein, aus Datenmüll etwas von Qualität erschaffen zu können. Das Beste, was man wohl machen kann, wenn man einen Text in einen Microsoft-Format vorliegen hat, ist etwa mit dem kleinen Programm antiword den Textinhalt zu extrahieren und daraus per Hand XHTML zu machen. Ähnlich erfolgreich mag man auch sein, wenn man den Text markiert und in einen Texteditor kopiert und dann sieht, wie man etwas daraus macht.

Das Problem bei einigen Programmen, die Autoren inhalt wie technisch wirklich weiterhelfen könnten, ist oft, daß auch diese wiederum statt Standards eigene Formate verwenden, man versucht also, damit auch Kunden an das eigene Produkt zu binden, was für die Kunden immer eine schlechte Sache ist. Routiniert in solchen Tricks sind sicherlich Microsoft, Apple, Adobe und auch Amazon, gibt sicher noch mehr Konzerne, die mit dem Trick die Leute an sich binden und abzocken wollen - es gelingt wohl zum guten Teil auch.

Einige Programme, die sich recht vielversprechend anhören, sind dann doch nicht gemeinhin verfügbar, etwa nicht plattformunabhängig als java oder als stabiles Paket für Linux, oft bleiben solche Projekte in einem experimentellen Stadium hängen und erreichen etwa keinen Qualitätsstatus, der sie jemals etwa als stabiles Debian-Paket verfügbar machen würde, selbst wenn es sich um freie, quelltextoffene Programme handelt. Bei dem Niveau ist natürlich höchst zweifelhaft, ob etwa ein programmspezifisches Format für Autoren wirklich zukunftsfähig ist, wenn das Programm schon wieder vergessen ist, bevor es noch eine stabile, ausgereifte Version davon gibt.

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EPUB machen lassen?

2015-07-12T21:44:41

Name: Olaf

Eine weitere Frage an jene Leser, welche ihr EPUB doch lieber nicht komplett selbst erstellen wollen:

Es gibt ja einige Leute, die hier Hilfe anbieten, um EPUBs zu erstellen. Selbst bei einfach strukturierten Büchern, die nur aus Text bestehen, muß man je nach Ausgangsformat bereits mit einigen Stunden Arbeit rechnen, um ein semantisch reichhaltiges und technisch qualitativ hochwertiges Buch zu erstellen. Mit deutlich mehr wäre für eine Rechtschreibkontrolle zu rechnen oder gar für ein Lektorat, dem Einbinden von Graphiken und Bildern, der Erstellung eines Einbandes/einer Titelgraphik.

Wieviel würden Autoren an Lohn für ein technisch gut gemachtes Buch im Format EPUB bezahlen, insbesondere wenn man bedenkt, daß man es schlecht und automatisch gemacht praktisch auch für umsonst bekommen kann?

Wie wählt man einen geeigneten Dienstleister aus, nur über den Preis? Über die Analyse der Arbeit anhand von bereitgestellten Beispielbüchern? Und können Autoren, die sich mit EPUB nicht gut auskennen, überhaupt beurteilen, welche Qualität ein erzeugtes Buch hat? Dann also doch nur Mundpropaganda oder blindes Vertrauen?

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